Mühlenerft bewahren!

Die Menschen an der Mühlenerft sind sich einig.
Die Mühlenerft soll bleiben.


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Manifest

Hintergrund

Das vom Erftverband entwickelte Perspektivkonzept beschreibt den Umbau und die Renaturierung der Erft.
Nach aktuellem Stand soll die Mühlenerft – der siedlungsnahe historische Hauptarm – zugeschüttet und der gesamte Fluss in den Kanal der Fluterft verlegt werden.

Übersicht mit Erläuterungen
Der grün markierte Bereich zeigt die Anlieger, die für den Fortbestand der Mühlenerft sind. Mühlenerft bei Grevenbroich-Kapellen auf Google Maps

Erklärung unserer Ziele

Heimat bewahren

Bestehende Ökosysteme beider Flussarme erhalten

Fischdurchgängigkeit gewährleisten

Hochwasserschutz

Stützung der Erft durch RWE

Nachhaltige Umsetzung

Denkmal der Neubrücker Mühle bewahren

Gilverather Hof schützen

Renaturierung an der Gilverather Insel
mit Mühlenerft und Fluterft

Eine umfängliche Renaturierung wird flussauf- und flussabwärts der Insel umgesetzt werden. Dort erwarb der Erftverband in den letzten Jahren ausgedehnte Gebiete, die nun Raum für Entfesselung ermöglichen.
Der etwa 1 km lange Abschnitt von der Schwarzen Brücke bis Neubrück bietet hingegen geringeres Potenzial für eine Entfaltung. Der künstlich geschaffene Kanal der Fluterft verläuft in einem tiefliegenden Gewässerbett und die historische Mühlenerft fließt entlang der Siedlung.
Die Erft wird nur innerhalb des bestehenden Bettes umgestaltet.
Der Abschnitt wird, wie andernorts entsprechend dem Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzept NRW von den ober- und unterhalb liegenden naturnah renaturierten Abschnitten profitieren.

Positionen: Flussanlieger & Erftverband

Was könnte der Erftverband davon haben?

Der Flutkanal gehört dem Erftverband. Den Abschnitt könnte er schnell umbauen. Die Mühlenerft hingegen ist größtenteils Eigentum der Anlieger.
Als Argument gegen die Mühlenerft vermittelt der Erftverband den Eindruck, der Stau und das bestehende Gefälle an der Mühle in Neubrück stellten ein Hindernis dar, die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Er stellt es so dar, als würde es für diese Variante keine Freigabe der Bezirksregierung geben.
Unberücksichtigt bleibt, dass sich Querbauwerke wie an der Mühle ebenso in anderen Flüssen finden, wo Maßnahmen zur Zielerreichung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bereits umgesetzt worden sind. An der Ruhr dienen diverse Stauanlagen z.B. der Trinkwassergewinnung.

Perspektivkonzept

Das Thema des notwendigen Erft-Umbaus beschäftigt die Anwohner schon viele Jahre. Die Anwohner und Anlieger der Erft hatten in den letzten Jahren diverse Kontakte zu den Planern des Erftverbands.
Es gab auf Basis des Perspektivkonzepts konstruktive Vorschläge von Eigentümern. Immer mit der Absicht, Wasser an der Siedlung zu bewahren. Eine Zustimmung von Seiten der Bürger für die Entfernung der Mühlenerft hat es nicht gegeben.
In der Vergangenheit konnten die Anwohner keine Anhaltspunkte dafür finden, dass sich das Konzept an ihre Bedürfnisse angenähert hätte. Summierend verliefen die Gespräche bisher als Einbahnstraßen. Der Erftverband scheint einer Informationspflicht nachzugehen.
Initial zeigte das Perspektivkonzept ein landschaftswahrendes Bild mit stehendem Gewässer an der Siedlung. Vor einigen Jahren wurde vom Erftverband das Bild einer trockenen Erft mit Mückenplage geprägt. Letztlich ist nun die Rede vom Zuschütten der Mühlenerft.

Ganz im Gegenteil zu getätigten Aussagen wie z.B. vom ständigen Vertreter des Erftverband-Vorstandes Jansen:
„Jansen machte aber sehr deutlich, dass der Erft-Verband an möglichst einvernehmlichen Lösungen interessiert ist, allein schon deshalb, weil die Umsetzungszeit sich sonst durch eventuelle Rechtsstreitigkeiten unnötig in die Länge ziehen könnte.“ Link zum Artikel

Wann wird der Erftverband den Schritt gehen, der durch Zusammenarbeit mit den Anwohnern das Projekt voranbringen wird? Anstatt sich Gegner zu erschaffen, denen ihr lieb gewonnener Fluss, der ihnen seit Generationen Heimat bedeutet, genommen werden soll und in deren Eigentumsrecht eingegriffen wird?

Eine Planung mit Mühlenerft als Hauptroute und Fluterft zur Hochwasserentlastung wird dem Erftverband Planungssicherheit verschaffen.

Belegter historischer Flusslauf

Historie der Mühlenerft

Die Tranchot Karte von 1801 dokumentiert den bestehenden Verlauf der Mühlenerft, wie er mindestens seit dem Betrieb der 1678 erbauten Wassermühle in Neubrück naheliegend ist.
Der urkundlich erstmals 1275 erwähnte Gilveratherhof war früher von einem durch die Erft gespeisten Wassergraben umgeben.
Die Erft war jahrhundertelang (d.h. vor dem ab 1955 durch Sümpfungswasser bedingten Umbau) hydrologisch funktionsfähig. Der Fluss verlief durch die Altarme zwischen Wevelinghoven und Schwarze Brücke und ab da wie gehabt durch die Mühlenerft.
Geologisch betrachtet ist die Mühlenerft Teil des ursprünglichen natürlichen Gewässersystems.